Pakinallinen Berliinin murteen rykäys:

16.05.2026

Na hör mal, dit is ja wieda typisch EU: Irgendwo in Brüssel sitzt eene Kommission, die denkt sich: "Mensch, wir brauchen 'ne neue Superstelle – Vollzeit, lebenslang, unkündbar – für dit wichtigste Thema von allet: die Gestaltung von Prüfungszeugnissen."

Und ick sach dir: In Berlin würd keener staunen. Weeste, hier ham wa ja och so Jobs, wo keener jenau weiß, wat se machen, aber irgendwie sind se immer beschäftigt. "Beschäftigt mit Beschäftigung", wie der Berliner sagt.

Also stell dir vor: Der EU‑Superbeamte für Zeugnisdesign, Besoldungsgruppe "Goldrand Deluxe", sitzt in so 'nem Großraumbüro, wo die Kaffeemaschine mehr kostet als 'n Kleinwagen. Und sein Job?

– Schriftarten vergleichen – Unterschriftenlinien symmetrisch ausrichten – Und natürlich: "Ist das EU‑Blau EU‑blau genug?"

Ick seh ihn schon vor mir, wie er mit 'nem Pantone‑Fächer wedelt und ruft: "Nee, dit is zu blau! Dit is NATO‑blau! Wir brauchen EU‑blau! Dit sieht doch jeder Blinde!"

Und dann die Kollegin aus Portugal: "Aber bei uns in Lissabon sieht dat im Sonnenlicht anders aus!" Und der Berliner so: "Ja, dit is ja keen Wunder, ihr habt ja och Sonne!"

Und währenddessen wächst der Aktenberg. Jeder Mitgliedstaat will sein eigenes Wappen, sein eigenes Siegel, sein eigenes "Wir sind aber auch wichtig"-Element. Der Italiener will Goldfolie. Der Franzose will Prägung. Der Finne will Minimalismus. Der Grieche will 'n Ornament, das seit 3000 Jahren gleich aussieht. Und der Berliner? Der will Feierabend.

Aber dit Beste kommt noch: Wenn der Superbeamte nach zehn Jahren endlich das perfekte EU‑Zeugnis entworfen hat – mit QR‑Code, Hologramm und Nachhaltigkeitssiegel – dann sagt irgendein Unterausschuss:

"Wir müssen leider alles neu machen. Die EU hat jetzt ein neues Logo."

Und der Berliner lehnt sich zurück, nimmt 'nen Schluck Filterkaffee und murmelt:

"Na jut. Ick hab ja Zeit. Ick bin ja hier unbefristet."

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